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 | Klöster im Schwarzwald - Werden und Wirken |
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Irische Wandermönche, wie Fridolin (gest. 540) oder Trudpert (gest. 643) machten den Anfang der Klosterkultur im Schwarzwald. Sie gründeten Einsiedeleien, die sich in den folgenden Jahrzehnten zu Klöstern entwickelten. So entstand zum Beispiel ab 900 die Benediktinerabtei St. Trudpert am Grab des gleichnamigen Wandermönches. Die Mönche sahen sich einem sog. „Kultur- und Kultivierungsauftrag“ verpflichtet, zu allen Völkern zu gehen und sie zu lehren. Dieser religiöse Missionierungsgedanke erwuchs recht schnell zu einer politischen und gesellschaftlichen Aufgabe. Für annähernd 800 Jahre bis zur Reformationszeit wurde von nun an das geistige, gesellschaftliche und politische Klima durch die Klöster geprägt. Ein halbes Jahrtausend bevor im Gebiet des heutigen Baden-Württembergs Universitäten (Heidelberg 1386) gegründet wurden, waren die Klöster bereits Orte, an denen annähernd das gesamte Wissen der damaligen Zeit gebündelt war. Nicht nur theologische Kenntnisse wurden dort erforscht und vermittelt, sondern auch philosophische, technische, landwirtschaftliche und naturwissenschaftliche Kenntnisse. Auch den künstlerischen Erkenntnissen der jeweiligen Epochen wurde beträchtlicher Raum eingeräumt. Die damaligen Führungsschichten bekamen ihre Ausbildung für höhergestellte Tätigkeiten, die da etwa Schreibtätigkeiten in königlichen Kanzleien oder verwaltungstechnische Angelegenheiten für Städte waren, in Klöstern. Neben der lehrenden Funktion fungierten die Klöster auch lange Zeit als Verwaltungszentren der jeweiligen sie umgebenden Gebiete.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Klostertypen, die sich in Regeln, Tätigkeiten, Weltsicht und Kleidungsstil teilweise stark voneinander unterschieden.
Die ersten Klostergründungen im Schwarzwald gehen auf die Benediktiner zurück. Die Ordensregel des heiligen Benedikt von Nursia (gest. 547) war kennzeichnend für die Benediktiner. Benedikt wurde in der Nähe von Nursia in Umbrien geboren. Er begann in Rom ein Studium, das er jedoch nicht abschloss, da er ein meditatives Leben in einer asketischen Gemeinschaft der weltlichen Karriere vorzog. Der Leitspruch seiner Ordensregel wurde das weitbekannte „ora et labora, „Bete und arbeite.“ Dieses "Ora et labora" besagte nicht zuletzt eine spirituelle Erhöhung der Arbeit in einer Zeit, wo Arbeit weithin als etwas niederes, für Sklaven und arme Leute Reserviertes bedeutete. Er entwickelte ein Konzept von Zucht und Maß, das durch zölibatäres Leben, genügsame Ernährung und feste Zeiten für Schlaf, Gebet, Lesung und Arbeit geprägt war. Die Familie ist nach seiner Vorstellung der Abt als Vater und die Mönche als Brüder. Möchte man ein ausdrucksvolles Beispiel für ein Benediktinerkloster im Schwarzwald nennen, kommt man um das Kloster Hirsau im Nordschwarzwald nicht herum. Das Kloster wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts zu einem Mittelpunkt benediktinischen Mönchtums nördlich der Alpen. Eine Großzahl der, in folgender Zeit gegründeten, Benediktinerklöster im Schwarzwald gehen auf die Ausstrahlung Hirsaus zurück. Weitere Klöster der Benediktiner im Schwarzwald sind Klosterreichenbach, Alpirsbach, St. Maria, Schuttern, Ettenheimmünster, St. Georgen, St. Peter, St. Ulrich, St. Trudpert und St. Blasien. Auch entstanden benediktinische Frauenklöster wie zum Beispiel Frauenalb oder Freiburg-Günnertal. Benediktiner tragen schwarze, gegürtete Tunika mit einem schwarzen Überwurf mit Kapuze.
In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts treten die Zisterzienser auf. Die Zisterzienser möchten die Regeln des hl. Benedikt kompromißloser und gewissenhafter eingehalten wissen. Ihr Ziel war folglich strenger nach den Ordensregeln zu leben, die Benedikt von Nursia vorgegeben hatte. Gegründet wurden sie in Frankreich von einer Gruppe von Benediktinern des Klosters Molesme unter der Leitung von Robert von Molesme (gest. 1111). Als Teil der Ordensregel befürworteten sie strenge Askese sowie Handarbeit und lehnten Einnahmen aus der Verpachtung von Ländereien ab. Die Zisterzienser lebten nach der „Charta Caritatis“, der „Heiligen Regel“ in einem klaren, durch ein Patriarchatsystem geprägten Mönchtum. Die Ordenstracht besteht aus einer weißen, schwarz gegürteten Tunika, schwarzem Überwurf mit Kapuze. Zisterzienserklöster im Schwarzwald sind das Männerklöster Bad Herrenalb und die Frauenklöster Lichtental, Rottenmünster und Wonnental.
Etwa zeitgleich mit den Zisterziensern tauchten im Schwarzwald die Prämonstratenser auf. Der Volksmund nannte sie die „weißen Mönche“. Ursprünglich nannte sich der Orden Norbertiner, wurde aber in Anlehnung an den Gründungsort in Prämonstratenser umbenannt. Der Prämonstratenserorden wurde 1121 in Prémontré durch Norbert von Xanten (gest. 1134) gegründet. Als erblickbares Zeichen der Schlichtheit ihrer Lebensweise und einer dauernden Bußübung trugen sie ein weißes Gewand aus Schafswolle, mit weißem Überwurf mit Kapuze. Mittels des Gewandes wollten sie den vollkommenen Verzicht auf persönlichen materiellen Luxus darstellen. Den Ordensbrüdern stand eine Vollendung der „vita apostolica“, ein Dasein, wie es die ersten Jünger Jesu führten, vor Augen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu den Benediktinern und Zisterziensern ist, daß sie Chorherren sind und sich in einer „vita communis“ zusammengeschlossen haben, um von dort aus als Prediger, Seelsorger und in der Mission zu wirken. Chorherren nennt man Priester, die mit anderen zusammen leben, zusammen beten, gemeinsam glauben und arbeiten Es sind somit Kleriker (was bei Mönchen nicht immer der Fall ist), die liturgische Dienste verrichten, Unterricht erteilen oder in der Sozialarbeit oder Verwaltung tätig sind. Das pastorale Begehr durch Seelsorge und Unterricht „das Göttliche“ den Menschen nahe zu bringen, spielte dabei eine zentrale Rolle. Die Prämonstratenser erinnern in vielem an die Zisterzienser, unterscheiden sich von diesen jedoch durch die Betonung des Vorrangs der Seelsorge. Ein Prämonstratenserkloster im Schwarzwald ist das Kloster Allerheiligen.
Ungefähr ein Jahrhundert nach Hirsau, nach den Anfängen der Zisterzienser und Prämonstratensern kamen die sog. Bettelorden auf. Als Seelsorger und Prediger waren die Brüder dieser Orden vor allem in Städten wirkend. Einer dieser Bettelorden ist der Dominikanerorden. Anfang des 13. Jahrhunderts gründete Domingo de Guzman (gest.1221) den Dominikanerorden als Beicht-, Prediger- und Bettelorden, dessen besondere Methode neben dem direkten Glaubensgespräch vor allem die Predigttätigkeit ist. Anders als der nur wenig später entstehende Franziskanerorden war der Dominikanerorden nicht nur ein Bettelorden als Antwort auf die sich entwickelnde Geldwirtschaft und Machtkonzentration, sondern auch ein nur aus Priestern bestehender (ein Gelehrten-Orden) zur Bekämpfung der als Ketzerei empfundenen Weltsicht der Albigenser und Katharer. Das Leben in Armut war kein Ideal um seiner selbst willen. Es sollte den Dominikanern Glaubhaftigkeit hinsichtlich des Erstarkens mißliebiger Orden (Albigenser & Katharer) verleihen. Der Glauben der Katharer wurzelte in der Gnosis, einer Lehre, die einen radikalen Dualismus von Geist und Materie vertrat. Sie waren zudem von der manichäistischen Lehre beeinflußt, die sich weigerte in der materiellen Welt eine Schöpfung Gottes zu sehen. Jahrzehnte voller Mord und Totschlag waren die Antwort der römischen Kirche auf die Weltsicht der Katharer. Höhepunkte des Vernichtungskrieges waren zum einen das Blutbad, das das päpstliche Heer im Jahr 1209 in der Stadt Beziers anrichtete und der Scheiterhaufen am Fuße des Montsegur. Dominikanermönchorden im Schwarzwald sind Kirchberg und St. Albert und Dominikanernonnenorden Wittichen, Villingen und Freiburg.
Der Zeitgenosse von Domingo de Guzman Franziskus von Assisi (gest. 1226) gründete den Franziskanerorden. Er entdeckte die Botschaft Christi in ihrer ganzen Radikalität und versuchte sie in das Lebensgefühl der damaligen Zeit einzugliedern. Franziskus von Assisi lebte in Armut und widmete sein Leben dem Gebet und der Predigt, für die er durch die Länder reiste, um ein großes Publikum zu gewinnen. Nachdem sich ihm elf Anhänger angeschlossen hatten, führte er sie von Assisi nach Rom, um den Segen des Papstes zu erwirken. Papst Innozenz III. gab ihnen 1208 seinen Segen unter der Übereinkunft, daß sie Geistliche (Kleriker) würden und einen Führer wählten. Franz wurde zum Führer gewählt, die Gruppe kehrte nach Assisi zurück. Hier wurde ihnen die Nutzung der kleinen Kapelle von Santa Maria degli Angeli aus dem Besitz des Benediktinerklosters zugesagt. Von dort aus zogen die Brüder der rasant wachsenden Gemeinschaft in alle Himmelsrichtungen, um das Evangelium zu verkünden. Die Auslegung des Armutsgebotes wird teilweise so streng gehandhabt, daß es den Bettelmönchen nun nicht mehr gestattet war, über eigene Ländereien zu verfügen. Des Bettelmönchs Tätigkeitsfeld war nun auf die Stadt angepeilt. Andere Klöster besaßen Vieh und Weide, Weinberge, Ackerland, Wälder und Gewässer. Selbstbewirtschaftung war der Vordersatz der Klöster. All dies wurde vom Bettelorden verworfen und galt als unvereinbar mit dem Armutsgebot. Die Franziskaner nannten sich selbst „fratres minores“, „Minderbrüder“. Die Franziskanertracht erkennt man an den graubraunen Kutten mit Schulterkragen und Kapuze Männerklöster des Franziskanerordens im Schwarzwald werkten in Offenburg und Freiburg. Ein Frauenkloster besteht in Heiligenbronn.
Ohne die Abkehr von der Welt zu bedingen, sollten das Armutsgebot, die Keuschheit und der Gehorsam weiterhin bei den Augustiner-Chorherren (im weiteren Sinne sind sie auch Bettelmönche) befolgt werden. Allerdings durften die Augustiner-Chorherren zunächst Privateigentum besitzen. Erst nach einer Neugestaltung und Teilung innerhalb der Klöster entstanden die von nun ab gültige Chorherrenstifte, die Privateigentum der Brüder verneinten. Die Chorherren /-damen beriefen sich auf Augustinus (gest. 430). In der geistigen Auseinandersetzung mit den philosophischen und religiösen Zeitstilen seiner Zeit entwickelte Augustinus seine Lehren von der Erbsünde, der göttlichen Gnade, der göttlichen Hoheitsgewalt und der Vorherbestimmung, die über Jahrhunderte bis ins hohe Mittelalter die katholische Theologie, dann auch die Reformation beeinflussten. Ein bekanntes Kloster der Augustiner-Chorherren im Schwarzwald ist St. Märgen. Augustiner-Chorfrauen begründeten sich im Schwarzwald in Maria Bronnen und Riedern am Wald.
Ähnlich wie die Augustiner-Chorherren gaben sich die Augustiner-Eremiten. Allerdings läßt sich der Ursprung der Augustiner-Eremiten bis ins 5. Jahrhundert zurückverfolgen Sie zählen zu den Eremiten Nordafrikas, die die Regel des Augustinus angenommen hatten. Nach der Besetzung Nordafrikas durch die Vandalen im Jahr 428 errichteten einige der geflohenen Eremiten Mönchsgemeinschaften in Mittel- und Norditalien. Später auch im Schwarzwald in Freiburg und Oberndorf a. N. Augustiner-Eremiten tragen schwarzes Habit mit Ledergürtel und einen großen Schulterkragen mit Kapuze.
Die Entstehung der Klöster im Schwarzwald, die verschiedenen Klosterarten im „Silva Negra“ und deren jeweilige Wirkungsweise mögen damit annähernd beschrieben sein. Viel wichtiger als eine Beschreibung der Klöster und der Differenzierung dieser ist aber das, was die Menschen heute daraus machen. Viele der erwähnten Klöster bestehen nur noch aus Ruinen. Dennoch lassen sie, genauso wie die noch unversehrten Klöster, mit ihrer in Jahrhunderten durch das Gebet der Ordensleute geprägten Atmosphäre den Besucher aufatmen und sich aufrichten. In einer Klosterruine oder einem intaktem Kloster spürt man diese besondere Atmosphäre, die durch die Jahrhunderte gewachsen ist. Bei einem Aufenthalt im Kloster bricht oft sehr viel Wohlbehagen auf, aber auch die verdrängte Sehnsucht nach Gott – wie auch immer dieser/diese/dieses definiert sein möge. Wir leben in einer Gesellschaft die stets Leistung und normgerechtes Verhalten erfordert. Da dies auf Dauer einengend ist, braucht es Räume, die den Menschen ins Weite führen. Klöster bieten da, neben heiligen Land- und Ortschaften, eine Möglichkeit. Im Folgenden sind, soweit es uns möglich war, die einzelnen Netzseiten der Schwarzwälder Klöster bzw. der dazugehörigen Gemeinden zusammengetragen.
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weiterführend: - Maurer, H., Das Land zwischen Schwarzwald und Randen im frühen und hohen Mittelalter, 1965. - Siwik, H. & Urban W., Orte der Stille, Klöster in Baden-Württemberg, 1989. - Römer, C. (Hg.), Benediktiner, Zisterzienser, 1999. - Zapf, G. H., Reisen in einige Klöster Schwabens, durch den Schwarzwald und in die Schweiz im Jahr 1781, 1786. -Klöster in Baden-Württemberg: http://www.lad-bw.de/kloester-bw/
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Karoline von Noreea im Kloster Maulbronn (mit opera nicht möglich):
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