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Belchen-Berg der Kelten, ...

Belchen-Berg der Kelten, Alemannen & Megalithiker

Der Belchen ist mit einer Höhe von 1414 m ü. NN der dritthöchste Berg des Schwarzwaldes. Seit 1949 ist die Gipfelregion auf einer Fläche von 582 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Unter Schutz stehen vor allem die Hochweiden mit ihren alpinen Borstgrasgesellschaften. Stellenweise kommen auch Heidekrautgesellschaften mit Beerensträuchern vor. Auf baumlosen Steilhängen und Felspartien wachsen zahlreiche alpine und subalpine Pflanzen, Überbleibsel der Eiszeiten. Die Aussicht auf die bewaldeten Schwarzwaldberge, die Täler, die Alpen und die Rheinebene mit den Vogesen dahinter ist ein Erlebnis der besonderen Art.
Dieser Berg im Schwarzwald trägt seinen Namen nicht alleine. Er hat einige Namensvetter. Im Elsass zum Beispiel: Ballon d’Alsace, der Grand Ballon und der Petit Ballon. Ballon heißt heißt Belchen. Auch im Jura (Schweiz) hat er einen Vetter: Belchenflue bei Olten.
Die Kelten waren es wohl, die den Bergen ihren Namen gaben. Ihre Priester und Lehrer, die Druiden, dürften die für ihre Zwecke günstig gelegenen Gipfel als Kalenderberge verwendet und nicht zuletzt als Heilige Berge verehrt haben. Die geometrische Anordnung dieser Berge zeigt Gesetzmäßigkeiten auf, die auf ein kalendarisches System schließen lassen, das vor unserer Zeitrechnung zeitgemäß war, aber auch gegenwärtig sehr interessante Zusammenhänge zwischen Sonnenstand und Kalendertagen zeigt.
Vom Elsässer Belchen (Ballon d'Alsace) aus gesehen geht die Sonne am 21. März und 23. September über unserem 73 Kilometer entfernten ostwärts gelegenen Schwarzwald-Belchen auf und steigt auch am Morgen des 22. Dezembers über dem Südostwerts in 88 Kilometer Entfernung gelegenem Jura-Belchen empor. Sonnenaufgangsfixpunkt am 21. Juni ist der 27 Kilometer nahe Kleine Belchen (Petit Ballon). Zum System gehört auch der benachbarte Große Belchen (Grand Ballon), über dessen Gipfel sich die Sonne am 1. Mai erhebt, nach der Walpurgisnacht, der Hochzeitsnacht der Mutter Erde mit dem Sonnen-Aar.
Somit handele es sich bei diesem „Belchen-System“ um einen Sonnenkalender der Kelten. Verfechter dieser Theorie sind die Forscher Walter Eichin aus Lörrach und Andreas Bohnert aus Karlsruhe. Das Wort „Belchen“ stammt nach Meinung der Forscher aus keltischer Zeit und trägt den Begriff von „weiss“ oder „hell“ in sich. Der kahle, helle Gipfel scheint den verschiedenen Bergen den Namen gegeben zu haben. Das Wort weist die gleiche Wurzel auf wie jene des keltischen Sonnengottes Belenos oder Belenus. Die vom indoeuropäischen „bhel“ hergeleitete Wurzel mit der Bedeutung "glänzend, schimmernd, hell" liegt infolgedessen dem Namen des keltischen Sonnengottes „Belenus“ zu Grunde.
Andererseits muß herausgestellt werden, daß „Belenus“ in dieser Region nicht nachgewiesen ist. Somit meint eine andere weit einfachere Theorie, daß „Belchen“ im alemannischen einen Berg ohne Spitze mit einer (oft kahlen) Kuppe meint. Es ließe sich vielmehr auf germanische und althochdeutsche Wortstämme zurückführen und bedeute zusammen mit den eng verwandten Wortstämmen “bolle” (Ballon) oder “blaan” die “rundlich erhöhte Form”.
Auch könnten solche Auffälligkeiten in der Landschaft als geomantische Siedlungsspuren Jahrtausende alter Megalithkulturen gesehen werden. Eine dritte Theorie: Überall in Europa und wohl auf der ganzen Erde sind geomantische Siedlungsspuren zu finden: Auf der fernen Osterinsel ebenso wie in Stonehenge, Malta, in der zentraleuropäischen Mysterienstätte der Externsteine, in der vielschichtigen Geomantie der Oberrheinebene und auch im Schwarzwald mit dem Belchensystem.
Ebenfalls der alemannische Dichter Johann Peter Hebel verehrte den Berg im Schwarzwald. ’’Es ist wahr, daß die erste Station von der Erde zum Himmel auf dem Belchen ist’’, meinte er einst rauschhaft. Anfang des 19. Jahrhunderts gründete er einen Geheimzirkel. Er nannte ihn Proteuserbund. Zusammen mit seinen Anhängern ersann er eine Geheimsprache. Sie nannten diese Belchismus. Sie erhoben dabei den Belchen zum Sitz und Altar des in der griechischen Mythologie beheimateten Meeresgreises Proteus, dem sie den Rang eines Gottes verliehen. Der Geheimzirkel kann als eine Art Naturloge bezeichnet werden. Die des Zirkels mußten sich gewissen Ritualen unterziehen, um eingereiht zu werden. Hebel beschreibt die Aufnahmezeremonien folgendermaßen: „Auf Ramsberger, entzeuch Dich der Kleider, ertrinke die Sohlen, schneide die Nägel ab und tunke dich dreimal im Brunnentrog, Sprich: ’’Im heiligen Namen des Proteus’’, daß ich dem hohen, belchischen Zauber weihen möge. Salbe dich jetzt mit Tinten und pudre die Locken mit Streusand, stell dich hinaus in die Nacht, den Blick zum Belchen gewendet… .“

weiterführend:
P. Mohen: Megalithkultur in Europa, Zürich.
W. Eichin, A. Bohnert: Das Belchensystem, Markgäflerland.
http://www.belchen.de
Belchen Seilbahn:
http://www.belchen-seilbahn.de/


 

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