Schon aufgrund der schönen Innenstadt im Fachwerkbaustil stellt die Stadt Calw mit ihrem mittelalterlichen Flair ein Nordschwarzwälder Kleinod dar. Der berühmteste Sohn Calws, Hermann Hesse, meinte einst nicht umsonst: "Zwischen Bremen und Neapel, zwischen Wien und Singapur habe ich manch hübsche Stadt gesehen, Städte am Meer und Städte hoch auf den Bergen, und aus manchen Brunnen habe ich als Pilger einen Trunk getan, aus dem mir später das süße Gift des Heimwehs wurde. Die schönste Stadt von allen aber, die ich kenne, ist Calw an der Nagold, ein kleines, altes, schwäbisches Schwarzwaldstädtchen." Die Stadt war im Mittelalter von einer Mauer umgeben, von der im Bereich der Salzgasse und östlich davon noch Teile erhalten sind. Der „Lange“, Teil der Befestigungsanlage, ist ein ehemaliger Wehrturm mit Fachwerkaufsatz, der später zu einem Gefängnis umgebaut wurde. Herzog Friedrich von Württemberg beschloß um 1600, an Stelle der Calwer Burg einen „neuen Bau“ zu errichten – ein Schloss. Dieses gedieh allerdings nur bis zu den Grundmauern. Sehenswert ist des Weiteren der Marktplatz, das Geburtshaus von Hermann Hesse und die Nikolausbrücke mit Kapelle, welche als Wahrzeichen der Stadt gilt. Im Stadtteil Hirsau liegen die Ruinen des Klosters St. Peter und Paul in Hirsau. Das Kloster stellte einst eines der bedeutendsten deutschen Klöster im Mittelalter dar. Der Baustil des Klosters Hirsau wurde mit der Zeit Vorbild für viele weitere Klöster in Deutschland. Beispiele dafür sind Paulinzella in Thüringen, Alpirsbach und Klosterreichenbach im Schwarzwald. Mit dem Bau des Klosters St. Peter und Paul wurde 1091 begonnen. Es handelte sich dabei vorab um ein turmloses romanisches Gotteshaus, welches ungefähr 70 Meter lang war. Westlich davon entstand eine Doppelturmfassade, deren Figurenfries gegenwärtig immer noch Rätsel aufgibt. Die kreuzförmige Kirche erstreckte sich somit über 100 Meter. Die Klausurgebäude schlossen sich im Süden an. Im Verlauf des 15. und 16.Jh. waren in Hirsau größere Bauarbeiten am Klausurkomplex zu verzeichnen. Auffälligste noch sichtbare Erkennungszeichen sind die Marienkapelle und der Kreuzgang. Sehr bemerkenswert sind sicherlich die Serien schöner Fensterarchitektur und zierlicher Gewölbeschluß-Steine. Ende des 16. Jahrhunderts bauten die württembergischen Herzöge auf dem Klostergelände ein Renaissanceschloss. Dessen Reste sind auf dem Gelände neben den Klosterruinen noch zu sehen. Im pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des 17. Jahrhunderts wurden Kloster und Schloss niedergebrannt. Die Ruinen wurden als Steinbruch verwendet, was die Anlage aber nicht gänzlich zerstörte. Ab 1875 begannen Freilegungs- und Räumungsarbeiten. Von der Basilika ist noch ein 36 Meter hoher Turm (Eulenturm mit erwähntem Figurenfries) erhalten, sowie die Grundmauern des Kreuzgangs mit gotischen Maßwerkfenstern. Einen ungefähren Eindruck vom einstigen Antlitz der Basilika kann man sich im 60 km entfernten Tochterkloster Alpirsbach machen.
die Netzseite der Stadt Calw: http://www.calw.de
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