Die alemannische Fasnet
Streuobstwiesen
Sütterlin - Schwarzwaldschreibschrift
Wald und Mensch
Kriegerdenkmäler
Alemannische Gedichte von Alois Burger
Alemannische Gedichte von Johann Peter Hebel
Alemannische Gedichte von Philipp Brucker
Gedichte von Hermann Burte
Gedichte von Hermann Hesse
Gedichte von Ludwig Uhland
Burgen / Ruinen im Schwarzwald - Ein Überblick
Die badische Revolution
Glasbläserei im Schwarzwald
Klöster im Schwarzwald - Werden & Wirken
Mitteleuropas größtes keltisches Industriegebiet
Siedlungsgeschichte des Schwarzwaldes
Landschaften
Ortschaften
Die Mühle im schwarzwälder Tal
Schwarzwaldlied
Das Märchen von den Haselbuben
Der nackte Mann
Die drei Raben
Drei Rosen auf einem Stiel
Die drei Schwäne
Hans und die Königstochter
König Blaubart
Das bucklige Männlein in Langenalb
Das Dorf Todtmoos
Das Hornberger Schießen
Das Kloster Allerheiligen
Das Mutesheer im Schwarzwald
Das weiße Fräulein von der Fautsburg
Das Welschjägerle
Der Freijäger aus Salmbach
Der Mummelsee
Der Mühlknecht und die Hexen
Der Schorchengeist
Der Tanz der Toten
Der Wildsee beim Hohloh
Die bildschöne Detta
Der Glasberg und die Königstochter
Die Holzbeuge
Die Sage vom Kandelfelsen
Entstehung der Todtmooser Wallfahrt
Harzdiebe auf dem Kniebis
Maria in der Tann
Seemännlein im Glaswaldsee
Sternschnuppen künden Krieg
Todesvorzeichen
Totenvorschau
Vorzeichen für Dammbruch
Das Märchen von den Haselbuben (aleman. Mundart)

D Grossmuetter hets mir verzehlt, die hets vu ihrer Grosse gha un dere hets schon ihre Grossmuetter verzehlt. Es isch emol e Holzmacher gsi, der het drei Buebe gha. Der dritti| scho menge Jahr gwachse aber doch chlei bliebe. Do isch der Vater emol ame Morge in der Wald un d Muetter hat ehn müsse Mittag bringe. Do sin halt die drei Buebe au in der Wald glofe un hen bal e Bäumli voll zitigi Haselnuss gfunde. „Du musch ufe Chleine", hen die zwee grosse gseit, „un du mUL-uns d Haselnuss abewerfe!" Der Chlei isch ufe, die Grosse hen ehn no glüpft un hen soviel abekeit, dass die zwee dunte d Sack ganzi gha hen. Do uf eimol hen sie Räuber gseh wu grad ufs zue chu sin. Do sin die Grosse furtgrennt un hen vor Angscht der Chlei sitze lo. Der isch numme langsam abechu un wu er dunte gsi isch, sin d Räuber au scho do. Einer het ehn ghebt un het gseit:
„Halt du chleine Kerli! Di chönne mir gut bruche, du chuna überall ine!" Sie hen ehn mitgnu un er het ghört wie sie usgmacht hen, dass sie hüte z Nacht wenn bime Buur in Cheller ibreche. Er heb dort Speck un Anke un was se well. Z Nacht sin sie higange un der Chlei het müesse mit. Se hen ihn ufeglüpft un er het durchs Fensterli schlupfe müesse. Das isch ganz chlei un eng gsi, un wenn er nit so chlei gsi war, no war er garnit inechu. Wuner ine chu isch, do isch do glege: Herz was begehrsch! Speck, Eier, Anke un Brot un grad het d Magd no ne Balle frische Anke wo nu ganz weich gsi isch, nebe die Balle wu scho dort glege isch, anegleit.
Der Chlei het sich all bsunne wue er ufe gueti Art chönnt vu dene Räuber los chu. Do het er so laut gruefe, dass es der Buur het müesse höre:Do hen d Räuber gseit: „Du dumme Kerli!" un sin so schnell wie möglich dervu gloffe, sie hen der Buur un sy Frau scho ghört chu, un sie hen sich hinter der Schüre versteckt im Garte. Wu der Buur, sy Frau un d Magd chu sin un gluegt hen, ob nüt gstohle isch, do isch der Chlei schnell zue der Tür usgschlupft, dass ihn niemes gseh het un isch au in Garte, un het bim Immestand e leere Immechorb gefun-de un isch dort dri gschlupft. Wu d Räuber gmerkt hen, dass im Huus wieder alles ruihig isch un eins grad d Immestöck gseh het, het er gseit:
„Wenigstens Öbbis zuem mitneh!" un er het sich der schwerst Chorb usgsuecht. In den isch aber grad der Chlei gsi un wu ihn d Räuber am Morge gfunde hen, statt em Hunig wu sie hen welle, do sin sie arg zornig worde. Sie hen ihn mitgnu un wu sie zueme alte Fass chu sin, hen sie ehn dn gstopft un hens Fass in Wald hege lo. Do het der Chlei arg ghült un zietscht isch er igschlofe.
Do isch e Fuchs derher chu un het das Fass do liege seh. Es het no guet no Wi gschmeckt un der Fuchs het gmeint s war no Wi drin. Er het sich bsunne wie ers mache chönnt, er hätt' gern ne wenig Wi versucht. Do het er der Schwanz zuem Spundloch igsteckt. Der het der Chlei an der Nase gehüzlet un er isch verwacht un het schnell der Fuchsschwanz ghebt. Do isch der Fuchs grusig verschrocke un isch furtgrennt mitsamt em Fass. Uf eimol het der Chlei go lo un do isch s Fass der Berg ab grollt un über d Stei usenander gfahre. Un do isch der Chlei grad deheim gsi, un alle hen sich gfreut, dass ihre Chlei wieder heimchu isch un hen zsemme glücklich glebt bis sie gstorbe sin.


 

Druckbare Version