Das Mutesheer ist der Teufel mit seinem ganzen Gesinde, mit Hexen und bösen Geistern, welche zu gewissen Zeiten umziehen und brausend durch die Luft fahren. Vor diesem Heer geht aber ein Mann her, der die Leute warnt, daß sie ausweichen sollen, indem er mit lauter Stimme ruft: „Aus em Weg, daß niemand was g'scheh!" Man hört den Ruf immer schon von weitem und muß sich dann nur mit dem Gesicht auf die Erde werfen, so ist man sicher. So machte es auch einmal ein Mann in der Gegend von Calw, als er das Mutesheer übers Feld kommen hörte. Er warf sich nieder und ließ das Heer über sich hinziehen, wobei er ein seltsames Katzen- und Hundegeschrei und eine gellende Musik vernahm. Als das Heer vorbei war, ging er ihm nach und sah, wie der ganze Haufen in eine Scheuer zog. Da schlich er sich hin, guckte durch einen Spalt in der Tür und sah da eine ganze Hexenversammlung, welche dem Teufel Bericht erstattete, was jede einzelne getan hatte, worauf sie dann neue Aufträge erhielten. Darauf tanzten die Hexen und aßen und tranken, wobei sie sich der Hufe von Pferden, Kühen und Schweinen als Gläser bedienten. Eine alte Hexe kam ein wenig zu spät zu der Versammlung. Dafür wurde sie tüchtig ausgescholten und mußte zugleich als Lichthalter dienen, indem man sie auf den Kopf stellte und auf ihre beiden Fußsohlen zwei Lichter stellte. Darüber erhoben die Hexen ein unbändiges Gelächter und machten sonst noch allerlei Wüstes.
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