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Der Freijäger aus Salmbach

In Salmbach (Salmensbach) lebte ein Jäger, der jedes Stück Wild, es mochte noch so entfernt sein, schießen konnte. Lange bat ihn sein Jägerbursch vergebens, ihn in diese Kunst einzuweihen; endlich willigte er ein unter der Bedingung, daß der Bursche niemandem etwas verrate. Er befahl ihm nun, im Advent zum Abendmahl zu gehen, aber dann die Hostie, statt sie zu genießen, ihm zu bringen. Nachdem der Bursche so gehandelt hatte, mußte er in der Christnacht mit seinem Herrn in den Wald gehen. Dort stellte sich der Jäger, die Hostie zwischen zwei Fingern haltend, dem Burschen gegenüber und forderte ihn auf, er solle auf sie schießen und sich durch nichts abhalten lassen, sonst könne es ihm übel ergehen. Der Bursche legte an, da erblickte er in der Hostie den Heiland, warf das Gewehr weg und fiel im nächsten Augenblick tot zur Erde.Kurze Zeit nachher starb auch der Jäger und spukte so sehr im Hause, daß seine Frau einen Kapuziner kommen ließ, der ihn wegscharfen sollte. Der beschwor nun den Geist, doch dieser wollte nicht aus dem Hause weichen, sich indessen mit jedem Platze darin begnügen. Der Kapuziner bannte ihn nun in einen Schrank, den er nebst dem Zimmer verschloß, und gab der Frau die Schlüssel. Die Frau verheiratete sich aber wieder und wurde öfters von ihrem zweiten Mann nach dem verschlossenen Zimmer gefragt. Sie antwortete stets ausweichend, vergaß aber einst, als sie in die Kirche ging, die Schlüssel mitzunehmen. Ihr Mann fand dieselben und, von Neugier geplagt, öffnete er Tür und Schrank. Da sah er im Schrank den Jäger stehen und mit dem Gewehr im Anschlag auf ihn zielen. Von Entsetzen und Wahnsinn ergriffen, floh der Mann aus dem Hause, lief bei strenger Winterkälte in den Wald und wurde am andern Tag erfroren gefunden.















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