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Harzdiebe auf dem Kniebis

Auf dem gewaltigen Gebirgsstock des Kniebis siedelten sich, zwischen Wald und Wiesen, Familien in Strohhütten an. Die Familien waren arm und die großen Wälder ringsum gehörten den Herrschaften. Die Armut der Familien ließ sie zu Holz- und Harzdieben werden. Es begann die Zeit der Harzerei:
In der Nacht zündete jeder Mann ein Lichtlein an und sie zogen durch den Dickicht der Wälder, um die Harzkanäle der Fichten mit Kratzeisen zu leeren. Neue, saftige Bäume wurden dann gleich wieder fürs Harzen vorbereitet. Aus dem so mühsam gewonnenen Harz wurde Terpentinöl, Wagenschmiere und Pech hergestellt. Ihre fertigen Waren luden sie auf Holzkarren und zogen damit durch die Lande von Haus zu Haus um den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen.
Doch die Harzerei zerstörte im Laufe der Jahre immer mehr den Wald.
Als der rauhe Winter auf den Bergeshöhen hereinbrach, mit seinen starken Stürmen und dem Schneebruch, welche dem Wald schon ohne die zerstörerische Harzerei schwer zusetzten, wurden Teile des Baumbestandes immens gefährdet.
Es musste etwas geschehen, um den Wald vor den Harzdieben und den schwerwiegenden Folgen zu schützen. Hilfe kam von den Hexen des Kniebis, deren Lebensraum die Wälder auf den Bergeshöhen waren.
Aus diesem Grund legten sie sich im Dickicht des tief verschneiten Waldes und im Schutze der Dunkelheit auf die Lauer, um die Harzdiebe mit lautem Geschrei und Schneebällen in die Flucht zu schlagen.
Die Harzdiebe verließen aus lauter Furcht vor den Hexen den Kniebis und hüteten sich fortan, Raubbau am Wald zu betreiben.

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