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 | Künstlerin M. Kriedel |
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Martina Kriedel ist gebürtige Pfälzerin, lebt derzeit in Mecklenburg und trat mit uns im Zuge ihrer Vorbereitungen für ihren "Schwarzwaldmühlen-Kalender 2008" in Kontakt. Frau Kriedel nennt den Kalender gerne "ein Kleinod Schwarzwälder Kulturgeschichte". Man kann ihr hinsichtlich dieser Bezeichnung nur zustimmen, hat sie doch Ihre Kreidezeichnungen von Schwarzwälder Mühlen mit hier entstandenen Gedichten, Sagen und Märchen in Verbindung gebracht und dadurch letztendlich einen Jahrweiser geschaffen, der den Schwarzwald, jenseits einer oberflächlichen Betrachtung, liebevoll darstellt.
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KWNSW: Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie das Wort „Schwarzwald“ hören?
Bei diesem Wort denke ich an die unverwechselbare Natur mit sprudelnden Bächen und weiten Wäldern. Mir kommt ein Geruch von feuchten Wiesen und erdigen Hügeln in den Sinn. Ich assoziiere auch die Freundlichkeit der Menschen, denen ich begegnet bin: Schwarzwälder haben immer ein „ Späßchen“ auf der Zunge .Man fühlt sich sofort durch ihre Gastfreundschaft wie in einer großen Familie in ihrem Land. So ist es auch bei der Präsentation ihrer Kochkunst: Die schmackhaften Gerichte werden zelebriert, in gemütlicher Geselligkeit, sei es der „ Flammkuchen“ oder die „ Schwarzwälder Kirschtorte“.
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KWNSW: Wie kamen Sie als in MV lebende Pfälzerin auf die Idee, einen Kalender mit Bildern vom Schwarzwald zu gestalten?
In meiner Jugend hatte ich mit meinen 4 Geschwistern ein „lebhaftes“ Elternhaus durch öfteres Umziehen. Ich musste mich immer an andere Gepflogenheiten gewöhnen. Kennen lernen verschiedener Kulturen mit ihrer Sprache, Kunst, Geschichte hat mich schon immer fasziniert. Meine ungeheure Neugier auf das Neue und die Rastlosigkeit zu Hause führten mich auf diesen Weg. So landete ich in MV, in einer romantischen Gegend, in der ich in einem kleinen alten Häuschen mit meiner Familie lebe. Hier ist auch wieder das Ursprüngliche, das mich reizt. Diese Ursprünglichkeit offenbart sich für mich in den besonderen Wassermühlen des Schwarzwaldes, die die Verbundenheit von Natur und Mensch verdeutlichen.
KWNSW: In der Beschreibung ihres Kalenders betonen Sie, dass Sie das „ bodenständige Traditionsbewusstsein“ der Schwarzwälder beeindruckt. Was genau verstehen Sie unter „bodenständigem Traditionsbewusstsein“ und was ist das Positive daran?
Meine Sehnsucht nach meiner Heimat, führte mich immer wieder zu der Suche nach beständigen Werten, wie Tradition, Stolz, Verlässlichkeit, Brauchtum. Gerade diese Aspekte spiegeln sich für mich in der Kultur des Schwarzwaldes wieder: Bei einem Festumzug zum 100 jährigen Bestehen eines Vereins kam mir dieses bodenständige Traditionsbewusstsein der Leute in den Sinn: In diesem Augenblick spürte ich die Nähe der Menschen zu ihren Wurzeln; die Kreativität und Heiterkeit, die sie aus dieser Zusammengehörigkeit und Sicherheit schöpften….Es ist die Begeisterung für die Verbundenheit mit ihrem Land, die mich an den Schwarzwäldern so fasziniert.
KWNSW: Was wollen Sie dem Betrachter des Kalenders nahe bringen?
Ich möchte in der Hauptsache den Betrachter auf die wunderschönen Wassermühlen aufmerksam machen, die das Land zu bieten hat: Noch nie habe ich solch entzückende Mühlen bewundert, die in liebevoller Kleinarbeit von ihren Besitzen restauriert wurden. Natürlich ist es mir auch ein Bedürfnis, die Kunst meiner filigranen Zeichnungen zu präsentieren, die sich so wunderbar mit den Motiven ergänzen. Durch die Wiedergabe von Mundartgedichten und Sagen führe ich die Menschen in die zauberhafte Welt des Schwarzwaldes, die es gilt, weiterhin zu erkunden.
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KWNSW: Sagen Sie bitte ein paar Worte zu Ihrem „ Künstlerhof Martina Kriedel“
Ich lebe seit 1997 in Mecklenburg und habe den“ Künstlerhof“ 2004 gegründet: Er ist ein kleiner Bauernhof mit Haustieren und Lehmofen, eine Art Kulturzentrum. Er bezeichnet auch die rustikale Galerie mit Angebot zu Kreativkursen, Portraitmalerei, Info Veranstaltungen über z. B. Mühlen, Hoffeste, Kunstfeste ,… Im nächsten Frühjahr wird die Scheune nebenan für weitere Veranstaltungen fertig renoviert sein. Ich habe dann vor, mich mit anderen Künstlern zu „vernetzen“. Außerdem möchte ich mich auf hauseigenes Theater mit selbst gebauten Marionetten konzentrieren. Zum Kennen lernen meiner Tätigkeiten können Sie gerne kuenstlerhof-martina-kriedel.de einsehen. Ich bedanke mich für das Gespräch.
Sehr geehrte Frau Kriedel, wir bedanken uns für das Gespräch!
Zapel, 22. Oktober 2007
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