Im Folgenden ist ein kurzes Gespräch mit dem Nordschwarzwälder Heimatforscher Fritz Barth zu lesen. Fritz Barth wurde am 31.12.1927 in Calmbach geboren und veröffentlicht seit 1990 Bücher und Broschüren über die verschiedensten geschichtlichen Themen seiner Heimat. So sind im Laufe der letzten vierzehn Jahre Werke entstanden, für die man dem Freizeitforscher schlechthin dankbar sein muß. Sachverhalte, die ohne ihn vielleicht nie mehr ans Tageslicht gekommen wären, wurden durch seine Tätigkeit wieder jedermann zugänglich. Als Vorgeschmack auf seine Arbeiten sei seine Netzseite empfohlen, die neben weiteren Informationen über die Person Fritz Barth zahlreiche Textauszüge aus seinen Werken sowie Verweise auf weiterführende Netzseiten aufzuweisen hat.
KWNSW: Sie widmen sich der Heimatforschung über das Obere Enztal und den Nordschwarzwald. Was hat Sie zur Heimatforschung bewogen?
F.B.: Nach meiner Berentung, nach 49 Jahren Berufstätigkeit als Mechanikermeister und Technischer Angestellter, hat mich mein Jugendfreund Felix Schweitzer gebeten die Episode seines Vaters Ottmar Schweitzer als Ratsschreiber, Amtsverweser und Schultheiß in Calmbach zu schreiben. Das war der Beginn meiner Tätigkeit als Hobby-Heimatforscher.
KWNSW: Eine ihrer Prämissen, hinsichtlich Ihrer Forschungsarbeiten, sei das genaue Gegenteil des Vierzeilers von Theodor Fontane „Geschichtsschreibung Bei hellem Tageslichte hab ich es anders gesehen – Gewiß, Geschichten und Geschichte wachsen und wachsen im Entstehen“ Können Sie das bitte näher erläutern?
F.B.: Die Nennung des Vierzeilers soll ausdrücken, daß Geschichtsschreibung nicht nach dem gerade herrschenden Zeitgeist verfasst sein soll, sondern wertneutral und durch Akten- und Quellenlage verbürgt, und daher das Geschriebene unveränderbar sein soll.
KWNSW: Wie beurteilen Sie die Resonanz auf Ihre Tätigkeit?
F.B.: Die bisher von mir verfassten 11 Büchlein und auch meine Berichte in der lokalen Presse finden im Oberen Enztal guten Anklang. Die Erstauflagen bewegen sich zwischen 800 – 1000 Exemplaren. Von „Hoffnung Krieg Not“, „Templer und andere Erweckungsbewegungen im Nördlichen Schwarzwald“ und „Biographie C. M. Eifert“ waren zwei Auflagen erforderlich. Gelegentlich werde ich für Vorträge angefordert. Das „Templerbüchlein“ war 2004 Anlaß zum Theaterstück „Die Reise nach Jerusalem“ des Sommertheaters der Kulturwerkstatt Simmersfeld.
KWNSW: Haben Sie eine Einschätzung über die Altersstruktur Ihrer Leser?
F.B.: Die Altersstruktur meiner Leser liegt zwischen 30 und 75 Jahren. Ab und zu sind auch Schüler und Jugendliche interessiert.
KWNSW: Welche Assoziationen weckt bei Ihnen der Begriff Nordschwarzwald?
F.B.: Der Nordschwarzwald ist für mich Heimat. Dort soll Natur geschützt, Kultur gefördert und insbesondere alte Bräuche und Traditionen gepflegt und erhalten werden.
KWNSW: Was möchten Sie dem Leser unseres Gespräches mit auf den Weg geben.
F.B.: Wer sich in Vergangenes, z.B. Archivakten oder alte Urkunden vertieft und bemerkt hat, daß noch Vieles unentdeckt schlummert, kommt nicht mehr davon los und wird weiter suchen und forschen.
KWNSW: Sehr geehrter Herr Barth, wir bedanken uns für das Gespräch.
Calmbach, 19.12.2004
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