Steinkünstler Werner Neumann



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Werner Neumann aus Pforzheim beschäftigt sich seit Jahren mit archaischer Kultur Europas. Unter seiner Leitung entstand Deutschlands größter neuzeitlicher Steinkreis (bei Schömberg). Des Weiteren entwickelte er ein Amulett, das „Rad der Kraft“. Hauptaspekt seines derzeitigen Schaffens ist die handarbeitliche Herstellung von Steinmeißelungen mit uralten Symbolen und Sinnzeichen versehen, sog. „Energiesteine“. Speziell die künstlerisch-geistige Welt der Langobarden findet immer wieder Einzug in Herr Neumanns Werk.
Unter dem Gespräch finden Sie eine Auswahl seines bisherigen steinkünstlerischen Schaffens.




KWNSW: Sehr geehrter Herr Neumann, wie kamen Sie dazu, im nördlichen Schwarzwald einen Steinkreis nach megalithischem Vorbild zu bauen?

W.N: Schuld daran ist meine Tätigkeit als Kunsterzieher. Ich unterrichtete damals – Anfang der neunziger Jahre - körperbehinderte Kinder und wollte mit ihnen über einfachste Mittel kleine ´Landschaftsmodelle’ basteln. Wir benutzten Ytong-Bröckchen, klebten die auf Sperrholz-Platten, wobei eine bewusste Anordnung, zB. in Reihen oder Krei sen, zu sehen sein sollte. Danach wurde die Szenerie mit Modellbau-Materialien ( Buschwerk, Streumaterial, Sand usw.) ausgestaltet. Zur Abrundung wurden Kalender-Fotos von interessanten Landschaftsmotiven hinter die einzelnen Modelle gestellt.
Eine gute Fee gab mir die Idee ein, die fertigen Modelle unter verschiedenen Beleuchtungen auch mit ‚Nebel-Effekt’, zu fotographieren. Diese Fotos hatten dann eine derart frappierend realistische und zugleich auch magisch-mystische Aussage, dass für die gesamte Gruppe der Impuls aufkam, so etwas „müsste man in echt bauen“!
Ich kann hier nicht ausführen, welch abenteuerlichen Wege dieser Impuls dann bis hin zur Errichtung des echten Steinkreises nahm. Das wäre ein abendfüllendes Thema.
Lassen Sie es mich so sagen: Da war eine Art ‚göttlicher Funke’, der vieles Vorbefindliche gezündet hat, und der trotz aller Widrigkeiten und Widerstände zu einem starken Feuer wurde, in welchem sich ein vermutlich doch edles Gefäß schmiedete.



KWNSW: Welche Idee bzw. Aussage steht hinter einem solchen Steinkreis? Es ist ja schließlich nicht einfach ein Kreis mit Steinen.

W.N: Also ich bitte um Nachsicht. Diese Frage trifft auf derart komplexe Zusammenhänge, dass ich mich hier mit der Antwort
schwertue. Die „Idee“ zum Steinkreisbau mag sich durch den oben genannten ‚Impuls’ erklären. Wobei das nicht so etwas wie eine fertige Idee oder Planung war. Das war eher die Aufforderung zu einer Suche. Zu einer Suche nach etwas Wesentlichem und Wahrem aus ganz alten Wurzeln, die man kaum noch ahnt. Man kommt da nur über Fragen und Fühlen auf die Spur. Im Grunde muß man sich dabei verändern und aus seinem bisherigen Weltbild heraustreten. Da war irgendwie das Spüren von etwas Großem, was einmal Menschheitswissen war, was jetzt aber verschüttet bzw. versimpelt ist. Es gibt ja keine Bauanleitung für Steinkreise, nicht mal eine einhellige Meinung, was sie eigentlich waren.
Ich sage mal so: Würde ein Architekt das komplette ‚Stonehenge’ in Kalifornien äußerlich perfekt nachbauen, so hätte dieses
Bauwerk doch nicht die gleiche Wirkung wie das originale ‚Stonehenge’ in England, wahrscheinlich sogar gar keine. Jeder historische , bzw. jeder ‚echte’ Steinkreis ist ein Individuum, das Bezug zu den Bedingungen seines Standortes aufweist. Er verbindet Kräfte aus dem Erdinnern an seinem Standort mit entsprechenden kosmischen Einstrahlungen. Man kann aus diesen Kräften durch teinstellung bzw. Anordnung spezifische Wirkungen formen. Diese Wirkung geht auf Körper und Geist, auf Mensch und Natur. Es ist eine komplexe Wirkweise, am ehesten noch mit der chinesischen Körper-Akupunktur vergleichbar. Deshalb spricht man berechtigterweise bei der Setzung von Megalith-Steinen auch von „Litho-Punktur“.



KWNSW: Sind bzw. waren Sie an weiteren Steinkreisen beteiligt ?

W.N: Ja. Gelegentlich werde ich um Rat oder Anleitung gefragt. Ein Arzt, Neurologe, aus dem Odenwald beispielsweise. Er will mit einem Holzpfostenkreis auch das funktioniert die Behandlung von Patienten unterstützen und die Medikamenten-Gabe dadurch reduzieren, aus Gesundheitsgründen.
Ein ‚Demeter-Bauernhof’ im Schwarzwald hat seit etlichen Jahren eine von mir konzipierte Kreis-Anlage. Immerhin ist der Hof seitdem nicht in Konkurs gegangen, eher im Gegenteil!
Das letzte Projekt war ein kleiner Steinkreis im Garten einer Heilpraktikerin.




 

KWNSW: Neben der Steinkreisarbeit entwickelten Sie ein Amulett – „Das Rad der Kraft“ – und Sie
bearbeiten sogenannte ‚Energie-Steine’. In welchem Zusammenhang stehen diese Projekte?

W.N: Das sind tatsächlich ‚Nebenprodukte’ meiner Steinkreis-Forschungen. Es ist mir eine bestimmte, aufbauende Energetik aufgefallen, die sich aufgrund gewisser Formen ergibt.
Ich hatte angefangen, damit zu ‚experimentieren’, d.h. mich auch hier auf einen Erfahrungsweg begeben. Durch nachträgliche Literaturfunde hab ich dann entdeckt, dass es auch diese ‚Objekte’ schon in der Frühzeit gab. Sogar das Amulett, das ich entwickelt hatte! Sie sind eben einfach in Vergessenheit geraten.
Den Zusammenhang dieser 3 Projekte mag man so beschreiben, dass man die beiden urpolaren Kräfte des Seins ( z.B. Yin-Yang ) durch eine energetisch harmonisierende Formschaffung in eine lebenskrafterzeugende Verschmelzung bringen kann. Nichts anderes geschieht ja zum Beispiel auch bei Verschmelzung von Ei- und Samenzelle.



KWNSW: Wie steht es um die Resonanz auf Ihre Arbeit ?

W.N: Ich kann mich nicht beklagen. Der Steinkreis ist zwar kein ausgesprochener Publikums-Magnet. Das möchte ich aber auch gar nicht. Es ist mir lieber, wenn wirklich Interessierte und ‚Kundige’ den Weg finden und vor Ort sich ehrlich und achtungsvoll einlassen. In sogenannten ‚Insiderkreisen’ ist der Steinkreis allerdings bekannt und geschätzt. Es war sogar letztes Jahr eine Anfrage aus Rumänien gekommen.



KWNSW: Welche Botschaft möchten Sie den Lesern dieses Gespräches mit auf den Weg geben?

Ich bin der Überzeugung, dass in der Weisheit der alten Kulturen für uns eine Chance zur Heilung, bzw. zum Neubeginn liegt. Unsere heutige Zivilisation – von ‚Kultur’ kann an hier nicht mehr sprechen – wird über kurz oder lang wahrscheinlich einen inneren ie äußeren Kollaps erfahren. Unsere ‚Gesellschaft’ hat regelrecht den inneren Kompass erloren, da steht alles auf dem Kopf. Mit ein Grund dafür ist, dass die Täuschung zur Wahrheit deklariert wird. Die geistig-seelischen Tiefenschichten lösen sich dadurch zunehmend auf.
Vor diesem Hintergrund schaue ich mir an, in welcher geistigen Hochblüte von Natur- und Welterkenntnis die Menschheit schon vor Jahrtausenden war! Ich beziehe mich hier wohlgemerkt auf die Zeiten des Megalithikums, der ‚Steinzeit’, also vielleicht 30.000 Jahre zurück! Lesen sie doch einmal nach, welches astronomische Wissen damals vorhanden war. Nicht nur die genaue Gestalt und Größe der Erdkugel war bekannt, auch die Planeten in ihren Bahnverläufen, die Umlaufzeiten, die Kreiselbewegung der Erdachse, die etwa 26.000 Jahre braucht, um den gesamten Tier-/ Tyrkreis zu durchmessen.
Oder das Wissen, daß alles Existente auf energetischen Schwingungen und Kreisläufen. beruht. Oder das Gottes- und
Schöpfungswissen! Ich kann das hier alles leider nur kurz andeuten, aber es ist tatsächlich die Wahrheit.
Wenn ich mir dies alles vor Augen halte, überkommt mich Ehrfurcht und Hoffnung!
Dann relativiert sich die Sinnleere unserer Epoche. Ich hoffe und glaube, daß die jetzige Geistesdunkelheit durchbrochen werden wird und daß man den Punkt wieder findet, wo der Weg in die falsche Richtung bog.
Meine „Botschaft“ heißt einfach: Spur zu unseren WURZELN aufnehmen !

Falls Sie dies konkreter ausgedrückt haben möchten, will ich mich mit ein paar Anregungen für Ihre Leser versuchen :

Vergessen Sie alles, was sie an Schulwissen über Steinzeit und ( europäische ) Frühzeit
gehört haben!

Besuchen bzw. erwandern Sie stressfrei und wertungsfrei megalithische Kultstätten. Es gibt eine Unzahl davon allein in Deutschland. Ebenso zahlreiche ‚Kultstätten’-Reiseführer. Man kann hier kaum einen Tip geben. Zentralpunkte sind natürlich die „EXTERNSTEINE“, in Horn / Bad Meinberg, Nähe Detmold, Teutoburger Wald.
Weiterhin der HARZ mit zahlreichen Kultplätzen; der DRUIDENHAIN in Franken; in Österreich z.B. die TEUFELSHEIDE im Waldviertel undundund. Wer auf die Suche geht, wird solche Stätten finden, wahrscheinlich sogar in seiner nächsten Umgebung. Wichtig allein ist die Art der Annäherung an solche Orte: Ohne vorgefaßte Meinung,Zeit mitbringen, auf sich wirken lassen.

Sammeln Sie QUALIFIZIERTE Information !


KWNSW: Sehr geehrter Herr Neumann, wir bedanken uns für das Gespräch.



Pforzheim, den 17. Juni 2005







 



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