Herbsttag- und Nachtgleiche ´06

Herbsttag- und Nachtgleiche ´05

Gerne veröffentlichen wir an dieser Stelle einen Veranstaltungsbericht unserer Partner Kulturwerk Neckar-Alb:


Herbsttag- und Nachtgleiche 23. September 2006

Auszug aus der Feuerrede:

„Mit dem Herbstfest, beginnt die dunkle und stille Zeit des Jahres, in der die Nächte länger als die Tage sind. Es ist der Tag der Ausgeglichenheit zwischen Licht und Dunkelheit. Es kündigt sich jetzt die dunkle Jahreszeit an. Das Licht bereitet sich aufs Sterben vor, und die Natur hat damit begonnen, sich zurückzuziehen. Die Nächte werden wieder länger, und man nimmt Abschied von der Wärme des Sommers. Eine deutliche Kühle kündigt den Herbst an. Eine neue Orientierung der Natur beginnt, die Vögel ziehen nach Süden, die ersten Blätter fallen, die Luft wird stürmischer. Die letzten Früchte, Pilze und Nüsse werden geerntet.
Bei unseren Ahnen wurde um diese Zeit das große Herbstthing abgehalten. Sie dankten in erster Linie der Natur für die glückliche Einbringung der Ernte. Als Opfer wurde der letzte Apfel am Baum hängen gelassen, die letzte Wolle zwischen den Ohren beim Schaf nicht geschoren. Aus den letzten Korngarben auf dem Feld wurde ein Kranz geflochten oder man ließ vielerorts die letzte Garbe Korn auch stehen; ein für das weiße Pferd des Wotan dargebrachtes Ernteopfer, damit die Wachstumskraft auch im nächsten Jahr im Frühling wiedererweckt werden konnte.
[…]
Man kann die Jahreskreisfeste als Ausdruck der Verbundenheit mit unseren Ahnen, unserer Tradition und mit der Natur, ihren Kräften und ihrem Kreislauf betrachten. Der Makrokosmos Natur spiegelt sich im Mikrokosmos Mensch wieder. Folglich kann der bewußtere Umgang mit der Natur eben auch etwas im Menschen selbst bewegen. Durch die Bewusstmachung und die geistige Verbildlichung des Hintergrundes des Festes schafft man sich Bindung zum großen und ganzen. Durch diese Bindung kann man die Natur wirklich erleben und sie wird mehr als nur ein Begriff. […]“



Mit diesem Wissen im Hinterkopf begingen wir die diesjährige Herbsttag- und Nachtgleiche. Nachdem der Holzstoß gemeinsam errichtet worden war, sich dann alle mit bereits entzündeten Fackeln um diesen versammelt hatten, wurde um den Platz mittels einer Anrufung der Himmelsrichtungen ein Schutzkreis gezogen. Daraufhin sang ein Mädel aus unserem Kreis das Volkslied „Zieht nach Süd der Schwalben Schar“, welches eindrucksvoll das Ende der Sommerzeit vermittelte. Nicht nur durch dieses Lied bereits in eine feierliche und besinnliche Stimmung versetzt, wurde jeder Person ein Zettel mit einem Begriff (Demut, Rücksicht, Selbstbewusstsein, Großzügigkeit…) ausgeteilt. Der Aufforderung, zum jeweiligen Begriff ein paar Assoziationen den anderen mitzuteilen, wurde fast von allen nachgekommen. Laut Programm sollte anschließend die oben in gekürzter Fassung wiedergegebene Feuerrede gehalten werden. Allerdings wurden die anwesenden Kinder, die bisher der Feierlichkeit mucksmäuschenstill gelauscht hatten, angesichts des riesengroßen Feuerstoßes einerseits und der bereits weit abgebrannten Fackeln in ihren Händen andererseits etwas unruhig, was die Veranstalter selbstredend dazu bewegte, die Feuerentzündung der Feuerrede voran zu stellen. Nach Feuerrede und einem musikalisch unterlegten Gedicht wurde das Methorn im Kreis herumgereicht. Jeder nahm daraus einen Schluck und viele verbanden dies mit einem Wunsch oder Danksagung an die Veranstalter. Zum Ende der ungefähr 45-minütigen Feierlichkeit wurde das bekannte Volkslied „Kein schöner Land“ von allen gesungen und der anfangs gezogene Schutzkreis, wiederum mittels Anrufung der Himmelsrichtungen, aufgehoben.


 

Herbsttag- und Nachtgleichefeierlichkeit ´06 





Samhainfeier ´06
Wintersonnenwende 06

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