… eigentlich war der Auftakt zu diesem wunderbaren gestrigen Abend ein erster Besuch der Ruine Sulzburg im Juni. Als wir damals dort oben standen, ahnten wir bereits, dass das Burggelände nur auf unser Eintreffen gewartet hatte und uns alle gerne zu einer Jahreskreisfeier Willkommen heißen würde. Die ideale Voraussetzung für eine harmonische Feierlichkeit.
Als wir gestern dann um kurz nach 17 Uhr auf der Burg ankamen, erwartete uns erst einmal ein großer Schock in Form von einem Dutzend tobender Kinder, 2 unsympathischen Ehepaaren, die mit Bierbänken und Tuppergeschirr die Schönheit des Burghofes zumüllten und 3 Flecktarnzelten, die genau um die Linde, einem zentralen Teil unserer geplanten Feierlichkeit, aufgeschlagen waren…. Mit viel Fingerspitzengefühl und dem Anblick der langsam eintrudelten Kameradenschar zog der Kindergeburtstagshaufen dann von dannen, mit den Besitzern der Zelte, einer beträchtlichen Anzahl von jungen Burschen aus der Region, hatten wir uns schon verständigt…. Sie wollten sich auf die Burgmauer zurückziehen und uns aus der Vogelperspektive beiwohnen. Einer von Ihnen jedoch gesellte sich gleich zu uns…! So bewacht verlief der Ablauf (den kennen ja alle) sehr harmonisch und auch wir beide, die als Verantwortliche eigentlich immer sehr angespannt sind, konnten uns richtig fallenlassen und die Stimmung und wunderbare Gruppendynamik genießen.
Gefühle sind schwer zu beschreiben. Für uns war die Feier ein wenig magisch. So voll von guten Hoffnungen und einem tiefen Gefühl der Verbundenheit. Verstärkt wurde dieses Gefühl, als sich einer unserer stillen Beobachter, erfüllt von Begeisterung und Dazugehörigkeitswillen in unseren Kreis einreihte. Seine Anwesenheit und die seines Kameraden war für uns wie ein Symbol dafür, dass wir tatsächlich Samen legen können und tatsächlich begeistern können, tatsächlich Alternativen bieten können. Und dass es Menschen gibt, die sich uns anschließen wollen. Die dazugehören wollen. Die ganz bewusst JA sagen zu dem was wir tun und was wir sind. Wie zur Bestätigung erlebte ich meine beiden bündischen Freunde nie so persönlich ergriffen wie am Ende dieser Feier, als sie in der Metrunde ihre Ergriffenheit so deutlich zum Ausdruck brachten. Ich würde sagen, dass das freie Bekunden seines Weltbildes und Tränen in den Augen Bände sprechen und wer das miterlebt hat, wird mir nicht widersprechen können!
Welch Magie in unserer Handlung steckte, wird mir im Nachhinein nochmals deutlich, wenn ich daran denke, dass die Handvoll junger Burschen (die eigentlich zum „Rumballern“ auf die Burg gekommen waren) mucksmäuschenstill die ganze Zeit auf ihrem Beobachtungsposten verharrten und darüber hinaus noch eine große Gruppe (Nachtwanderung einer Schulklasse oder so ähnlich) im Hintergrund stehen blieb und unsere Feier ebenso aufmerksam wie leise mitverfolgte. So viele Menschen, die stehen bleiben, nicht stören, Anteil nehmen…………. Außer dem eben genannten, der sich ganz bewusst FÜR uns entschied, durchbrach KEINER unseren gezogenen Schutzkreis! Ein Blick von mir auf 2 anwesende Jungen aus der Wandergruppe zeigte mir zwei Buben, die gebannt ins Feuer schauten, fast regungslos…
…Ich freue mich auf jede Nacht, am Lagerfeuer zugebracht, mit Liedern ohne Zahl…. Denn so beendeten wir das Fest der Herbst- Tag- und Nachtgleiche und ich danke all jenen, die stillschweigend Runen machen, Musik mitbringen, Batterien kaufen; allen denen, die uns wohlgesonnen sind, und denen es genauso viel bedeutet wie mir, dazu zu gehören!
von Noreea
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